
Warum ist die Zusammenarbeit so wichtig!
In letzter Zeit kommen immer häufiger Kinder und Jugendliche auf Empfehlung unserer Kieferorthopäden zu uns in die logopädische Praxis. Für viele Eltern ist das zunächst überraschend: „Mein Kind ist doch eigentlich schon viel zu alt für Logopädie – warum soll es jetzt noch zur Logopädin?“
Tatsächlich gibt es gute Gründe, warum Logopädie auch im Schul- oder Jugendalter sinnvoll sein kann – insbesondere im Zusammenhang mit der Zahn- und Kieferentwicklung. Deshalb soll dieser Beitrag informieren, warum Zahnärzte und Kieferorthopäden Kinder und Jugendliche zur Logopädie schicken, was wir dabei untersuchen und behandeln und welche Zusammenhänge zwischen Zunge, Schlucken, Mundmuskulatur und Zahnstellung bestehen.

Denn die Entwicklung von Zähnen und Kiefer wird auch durch die Funktionen und die Muskulatur im Mund beeinflusst. Genau hier setzt unsere logopädische Arbeit an. Typische Gründe für eine Überweisung zur Logopädie sind:
- Zungenfehlfunktionen Die Zunge liegt beim Schlucken oder auch in Ruhe an der falschen Stelle und drückt z.B. gegen die Schneidzähne
- Falsches Schluckmuster Beim Schlucken schiebt sich die Zunge zwischen oder gegen die Zähne
- Mundatmung/offener Mund Das kann mit einer ungünstigen Muskel- und Zungenhaltung einhergehen
- Fehlende Lippen- oder Wangenmuskulatur Die Muskulatur rund um den Mund arbeitet nicht optimal zusammen
- Ausspracheprobleme Bestimmte Lautbildungsfehler, etwa beim „S“ oder „Sch“, können mit der Zungenposition zusammenhängen
- Zahnfehlstellung soll stabilisiert werden Nach einer kieferorthopädischen Behandlung kann eine logopädische Therapie helfen, dass sich ein ungünstige Muskelmuster nicht wieder durchsetzt.
Eine kieferorthopädische Behandlung kann die Zähne und den Kiefer ein eine günstige Position bringen. Damit dieses Ergebnis jedoch langfristig stabil bleibt, ist es wichtig, dass auch ungünstige Bewegungs- und Funktionsmuster im Mund korrigiert werden.
Ist beispielsweise ein falsches Schluckmuster vorhanden oder liegt die Zunge dauerhaft ungünstig an den Zähnen, können diese Kräfte weiterhin auf die Zähne einwirken. Dadurch können sich die Zähne nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung mit der Zeit wieder verschieben.

Wichtig für Sie zu wissen:
Es geht darum, neue Bewegungs- und Sprechmuster aufzubauen, bestimmte Muskelfunktionen zu trainieren oder alte Gewohnheiten abzubauen. Das braucht Zeit und regelmäßige Übung. Einmal pro Woche zur Logopädie zu kommen, reicht dafür allein meist nicht aus. Ihre Unterstützung zu Hause ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Therapie.
Denn nur durch regelmäßiges Üben und die gemeinsame Mitarbeit von Kind, Eltern und Therapeut können sich die neuen Fähigkeiten nachhaltig festigen und der gewünschte Therapieerfolg erreicht werden.

